Lebensraum Leugene

Lebensräume

Eine Auswahl naturnaher Lebensräume

Am Standort 2 waren die Lebensräume 2002 noch kaum entwickelt. Am Standort 2 waren die Lebensräume 2002 noch kaum entwickelt.
Acht Jahre später bildet der Schilfgürtel mit den Hecken einen idealen Lebensraum für den Teichrohrsänger. Acht Jahre später bildet der Schilfgürtel mit den Hecken einen idealen Lebensraum für den Teichrohrsänger.
Die Fläche in der Ägleren (Standort 3) droht 2002 zu verbuschen. Die Fläche in der Ägleren (Standort 3) droht 2002 zu verbuschen.
Dank fachgerechter Pflege trifft man 2010 in der Ägleren schöne Uferstreifen und Riedwiesen an. Dank fachgerechter Pflege trifft man 2010 in der Ägleren schöne Uferstreifen und Riedwiesen an.
Die Leugene war 2002 am Standort 4 noch nicht renaturiert. Der Kanal ist schnurgrade und schmal. Die Leugene war 2002 am Standort 4 noch nicht renaturiert. Der Kanal ist schnurgrade und schmal.
Die renaturierte Leugene präsentiert sich acht Jahre mit Lebensräumen in voller Entwicklung. Die renaturierte Leugene präsentiert sich acht Jahre mit Lebensräumen in voller Entwicklung.
Bilder und Text: Michael Zimmermann

Morphologie

Vor und nach der Renaturierung wurden die Untersuchungsstandorte vermessen und die Querprofile miteinander verglichen. Aus dem geraden Kanal mit Betonhalbschalen und sandig-schlickiger Sohle wurde ein naturnaher Bachlauf. Breiten, Tiefen und Strömungen variieren stark, und die Sohle besteht aus Sand, Kies und grobem Geröll. Flach auslaufende Ufer, Steilufer, Weidenfaschinen, einzelne Blöcke, Wasser- und Uferpflanzen prägen die neue Leugene und bieten den Wassertieren wertvollen Lebensraum. Wirkten die Uferböschungen 2007 noch relativ kahl, mit wenig grösseren Gehölzen, ist 2010 eine deutliche Zunahme der terrestrischen und aquatischen Vegetation erkennbar.

WFN; Martina Breitenstein, Arthur Kirchhofer
Morphologie

Morphologie Standort 4 der Leugene vor und nach der Renaturierung.

Wassertemperatur

An zwei Stellen wurde 2003 (vor 4. Bauetappe), 2005 (während Bau), sowie 2007 und 2010 (nach erfolgter Renaturierung) die Wassertemperatur mittels Datenlogger aufgezeichnet.
2003 waren die Temperaturen an der oberen Messstelle meistens höher als an der unteren (unterirdischer Zufluss von kühlem Drainagewasser). Nach dem Ausbau der Leugene münden diese Drainagen nun oberirdisch. So wird dieses Wasser an sonnigen Tagen vor der Mündung in die Leugene erwärmt und der vormalige «Kühleffekt» fällt weg. Die als kritisch eingestufte Wassertemperatur von 25 °C wurde nach der Renaturierung zu keinem Zeitpunkt überschritten.

Maximale Wassertemperatur
Digramm: Maximale Wassertemperatur
WFN; Martina Breitenstein, Arthur Kirchhofer
Wassertemperatur Elektronisches Temperaturaufzeichnungsgerät, Datenlogger.
Bild: Onset

Wasserqualität

Vor, während und nach der Renaturierung wurden Im Frühling (F), Sommer (S) und Herbst (H) an drei Orten der Leugene Wasserproben entnommen und im Gewässer- und Bodenschutzlabor des Kantons Bern analysiert. Der gelöste organische Kohlenstoff (DOC) zeigt die Belastung mit Nährstoffen.
Die Zielvorgaben konnten 2003 mehrheitlich nicht eingehalten werden. 2005 war eine deutliche Verbesserung festzustellen. 2007 wurde der Zielwert nur im Sommer an der mittleren Messstelle überschritten. 2010 wurde der Zielwert an der oberen Stelle im Frühling leicht überschritten. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde zur selben Zeit an der oberen Probestelle ebenfalls eine Überschreitung der gesetzlichen Vorgaben beim Nitrit-Stickstoff (NO2-N) registriert. Dies könnte im Zusammenhang mit den an diesem Tag stattgefundenen Unterhaltsarbeiten stehen, bei welchen grössere Mengen Wasserpflanzen aus dem Gewässer entfernt wurden. An den andern beiden Probestellen lagen die Nährstoffgehalte immer im grünen und blauen Bereich und weisen auf gute Verhältnisse hin.

DOC-Konzentration
Digramm: DOC-Konzentration

Hinweise auf die Herkunft der Nährstoffe geben uns die Mündungen von Zuflüssen und Drainagen, welche teilweise dicht mit Grünalgen bewachsen sind oder rote Ablagerungen aufweisen (Verockerung). Die genauen Ursachen und das Ausmass dieser Eiseneinträge und der darauf folgenden Wucherung von Eisenbakterien sollten deshalb eingehender untersucht werden.

WFN; Martina Breitenstein, Arthur Kirchhofer
Grünalgen (bei Drainage-Mündung) Grünalgen (bei Drainage-Mündung).
Bild: M. Breitenstein

Verockerung Verockerung.
Bild: M. Breitenstein

Eisenbakterien Eisenbakterien.
Bild: M. Breitenstein